MTB-Tour 16.- 18. Juli 2026

Augsburg – Altmühltal/Ries- Augsburg (Gesamtstrecke: 270 km – Höhenmeter 1760 m – Fahrzeit 13 Std. 40 Min.)

Am Donnerstag 16.7. traf sich der harte Kern der Alpine-Radler zu unserer alljährlichen Mountainbike Mehrtagestour am Parkplatz der Europawiese in Gersthofen.

Tag 1:

Augsburg – Gungolding (Strecke 95,4 km – Höhe 450m – Dauer 5h 30 min)

So gegen 10:00 waren alle am Treffpunkt. Nach einem aufmunternden Smaltalk über die doch anspruchsvollen Tage stiegen die 6 E-Biker und 2 Biofahrer in die Pedale.  Schnell hatte sich rechtsseitig am Lech entlang – abwechselnd auf guten Feldwegen und schmalen Trails – ein guter Flow entwickelt. Und so ging es zügig vorbei an St. Stephan, Thierhaupten und Unterpeiching Richtung Rain am Lech. Dort hatten wir uns im Cafe eine ordentliche Pause mit Weißwürst, Käsbrot, Strammem Max und Espresso oder Bier verdient.

Nach ausgiebiger Rast rollten wir weiter Richtung Niederschönenfeld und durch Felder und entlang der Friedberger Ache ans südliche Donauufer. Das Bertholdsheimer Stauwehr war schnell erreicht und mit Blick auf Schloss Bertoldsheim (Barockschloss 1714 -1730 erbaut und heute im Besitz der Grafen du Moulin Eckhart) ging es über die Donau und Richtung Hatzenhofen. Hans hatte die Strecke kurzweilig mit schönen schattigen Abschnitten und abwechslungsreichen Anstiegen, Rampen und Abfahrten zusammengestellt.

Auf der Suche nach einer nachmittäglichen Vesper führte ein spontan eingebauter kleiner Umweg mit kurzem knackigen Anstieg nach Hard zum Landgasthof. Für selbstgemachte Apfelschorle und Omas Käsekuchen hatte sich die kleine Anstrengung (Gruß an die Bio-Biker!) allemal gelohnt. Nach Beschreibung der Kellnerin sollte es nun nur noch schön bergab nach Gungolding gehen. Als Mountainbiker hat man aber auf der Straße eher wenig zu suchen. Deshalb ging unser Weg zunächst noch auf und ab dann aber über Hofstetten  – im flotten Downhill – nach Gungolding. Ein schönes kaltes Zielbier und ein schönes Abendessen aus der reichhaltigen Karte führten nahtlos in einen geselligen Abend über.

 

Tag 2:

Gungolding – Wemding (Strecke 82 km – Höhe 620m – Dauer 4h 4 min)

Nach dem reichhaltigen Frühstück beim Alter Wirt saßen wir so gegen 9:30 wieder im Sattel. Bei leicht bedecktem Himmel und frischen 16 – 18 Grad ging es zunächst gemütlich im Altmühltal an Walting vorbei, dann aber sportlich hinauf zum ersten kulturell-historischen Highlight, von dem es neben geologischen Sehenswürdigkeiten heute ein paar auf der Strecke gab. Auf dem 42m hohen Jurasporn bei Pfünz angekommen öffnete sich ein schöner Blick auf das restaurierte Castra Vetoniana (Römer-Kastell Pfünz als Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Limes; erbaut unter Kaiser Domitian ca. 90 n. Chr. als Basislager für ca. 400 Fuß- und 100 Reitersoldaten zur Sicherung des ca. 10 km entfernten Limes).

Schön mäandernd entlang der Altmühl rollten wir in Eichstätt ein und suchten uns im Schatten am Domplatz einen schönen Tisch im Altstadt-Cafe. Zurück auf der Strecke bestaunten wir vom Rad aus die Abtei St. Walburg (Kanonissenstift seit dem 9 Jhd. und Benediktinerabtei seit 1035), diverse fürstbischöfliche Güter und die imposante Wilibaldsburg (um 1353 errichtete Spornburg; bis ins 18 Jhd. Sitz der Eichstädter Fürstbischöfe).  Wir folgten der Altmühl über Breitenfurt und vorbei am Burgsteinfelsen über Dollnstein und die 12 Apostel (Dolomitfelsen, entstanden als Riffgürtel vor rd. 150 Mio. Jahren) bis Solnhofen. Dort war es Zeit für eine Mittagsrast, die sich auch direkt am Fluss in der AktivMühle ergab. Elfi und ich fanden die fränkischen „Brodwerscht“ besonders schmackhaft!

Gestärkt waren wir dann gut im „Flow“ und so ging es zügig vorbei an Zimmern und der bedeutendsten und größten mittelalterlichen Burgruine der Burg Pappenheim (Spornburg und Stammsitz der Reichserbmarschälle des Hl. Römischen Reiches Dt. Nationen). Der Himmel wurde zusehends grauer und im Westen bauten sich später am Nachmittag ordentliche Gewitterstöcke auf. So fiel uns die Entscheidung leicht, lieber zu versuchen, trocken ins Ries und unser Quartier in Wemding zu kommen und auf einen Kaffee am Weg zu verzichten. Wir ließen Treuchtlingen und Weilheim links liegen und schafften es glatt, vor den ersten dicken Regentropfen in Wemding anzukommen. Vom italienischen Eiscafe am Marktplatz aus bewunderten wir bei Eis und Bier die schön restaurierte Innenstadt (Wallfahrtsort mit Stadtrechten ab 1343; wirtschaftlicher Aufschwung von Handel und – Handwerk unter den Wittelsbachern). Hans hatte einen schönen Tisch im „Lieblings-Griechen“ organisiert und so fand der Abend einen tollen Ausklang den die Wirtin noch mit einem ordentlichen Ouzo für uns beschloss.

 

Tag 3:

Wemding – Augsburg (Strecke 77,6 km – Höhe 690 m – Dauer 4h 5 min)

Für heute waren ordentliche Gewitter angesagt worden. Gegen acht Uhr trafen wir uns zum Frühstück, nachdem uns klappernde Störche auf dem Kirchdach durch die Nacht begleitet hatten. Wie jetzt gewohnt ging es gegen halb Zehn wieder in den Sattel.

Vorbei am Metzelsberg (443 m) und Huisheim ging es durch Wälder und über Wiesenstücke Richtung Harburg. Westlich der Burg (Höhenburg erbaut ab dem 11. Jhd.) verweilten wir für ein paar Minuten um den tollen Blick auf eine der größten, ältesten und besterhaltensten Burganlagen Süddeutschlands zu genießen.

Da wir schon ein paar Kilometer in den Beinen hatten führte uns unser Guide etwas abseits der Route zur Waldschänke Eisbrunn. Dort ließen wir uns Schorlen und Radler schmecken.  Vorbei an Schlossberg (481m) und Eichbühl (496m) peilten wir den Donauübergang bei Donaumünster an um zügig zur uns aus früheren Touren bekannten Bäldleschwaige zu kommen.

Nun linksseitig des Lechs ging es über Lauterbach und Wortelstetten zu den Naturfreunden der Ortsgruppe Gersthofen bei Muttershofen. Hier hatte sich Elfi verabschiedet, um noch vor dem heftigen Gewitter nach Gablingen zu kommen. Der Rest entschied sich den satten Regen bei einem Kaffee abzuwettern. Nachdem die Sonne wieder Oberhand bekommen hatte, stiegen wir wieder aufs Rad. In Gablingen teilte sich das Team und die 4 vom eher westlich beheimateten „Peloton“ steuerten Richtung Süden. Das kleine „Grupetto“ schnurrte mit ordentlicher Geschwindigkeit zurück zum Ausgangspunkt am „Monte Scherbelino“ in Gersthofen.

Zuallererst gilt unser großer Dank natürlich dem Hans, der wieder eine abwechslungsreiche und anspruchsvolle Tour zusammengestellt hat. Es hat allen Spaß gemacht, auch wenn mancher Popo deutliche Gebrauchsspuren zeigte.

Die Idee, eine Tour in der Nähe von Augsburg zu starten fand einhellig Beifall. Daran wollen wir gerne anknüpfen.

 

Für das Radlteam

Stefan Holzhauser

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