Inside-Info: Editorial Vereinszeitung 06 / 2020

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Sportfreunde!

Eingangs für Sie als unsere Mitglieder gleich das Wichtigste: Unser Sport- und Gesundheitszentrum bleibt aufgrund der behördlichen Anordnungen weiterhin für den gesamten Breitensport geschlossen.

Ich bitte um Verständnis, dass wir hier auch keinen konkreten Re-Start-Termin mehr nennen möchten, denn aus den zurückliegenden Erfahrungen heraus, macht dies bei der aktuellen Dynamik leider wenig Sinn.

Wie bereits schon im November werden wir deshalb auch weiterhin – bis zu einem eindeutigen Starttermin durch die verantwortlichen Behörden – keine Sonderbeiträge (z.B. Fitness) mehr einziehen.

Wie problematisch die gesamte Situation ist, kann man fast täglich den Medien entnehmen. Ergänzend dazu werden wir schon von Universitäten befragt: Wie wir mit der Pandemie zurechtkommen? Ob wir Mitglieder verlieren? Wie die finanziellen Auswirkungen sind?

Aber wie überall sind Zahlen in der Corona-Zeit volatil.
Frank Hellmann von der Frankfurter Rundschau sieht das so:

„Ist Kindern und Jugendliche für längere Zeit sämtlicher Vereinssport verboten, hat das dramatische Folgen. Der Deutsche Olympische Sportbund hat die Tonart deutlich verschärft, denn es droht viel mehr als nur Bewegungsmangel beim Nachwuchs.“ 

Es sind schwierige Zeiten für Sportdeutschland. „Bitte bleibt mit uns zusammen aktiv“, hat Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) dieser Tage in einer Videobotschaft gesagt. Mit fast flehender Stimme. Denn viele fragen sich: Wie soll das in einer Jahreszeit gehen, in denen die Tage kürzer, die Witterungsbedingungen schlechter werden, wenn Sportanlagen, Fußballplätze, Turnhallen und Schwimmbäder für den Vereinssport geschlossen sind. „Seit Mittwoch vergangener Woche übertönen die Hilferufe aus den knapp 90.000 Sportvereinen alles.“ So steht es im wöchentlichen DOSB-Newsletter, der an rund 5.000 Multiplikatoren versandt wird.“ 

Es verstärken sich Hinweise, dass der zweite Lockdown die Vereine wesentlich härter, wesentlich spürbarer trifft. Denn es besteht die große Sorge, dass etliche der acht Millionen Ehrenamtliche sich ernüchtert abwenden. 750.000 davon arbeiten auf Vorstandsebene, 950.000 sind zudem als Übungsleiter oder Platzwarte aktiv. Ohne ihr Engagement würde im deutschen Sport wenig laufen. Und natürlich geht es auch um die finanziellen Grundlagen, wenn es zu einem nennenswerten Mitgliederschwund kommt. Nach internen Berechnungen könnten 2021 fast drei Millionen Mitglieder (von knapp 27 Millionen) ausgetreten sein.

 Das Thema wühlt auf: In den Sozialen Medien verzeichnete der DOSB-Eintrag „Sorgen um Sportdeutschland“ 441.000 Aufrufe, er wurde 3500 Mal geteilt. Normal sind bei DOSB-Posts rund 10.000 bis 50.000 Klicks; wenn Max Hartung Olympiasieger wird, auch schon mal 100.000. „Die Verletzungen und das Echo sind erheblich, allein beim DOSB gab es seit dessen Bestehen kein auch nur annähernd vergleichbares Grundrauschen in den Sozialen Medien“. Übungsleiterinnen würden Klagen fordern, Trainer auf die Niederlande oder die Schweiz verweisen, wo zumindest Kinder und Jugendliche weiter trainieren können.“

Sporttreiben verstehen wir deshalb nicht als Teil des Problems, sondern als Teil der Lösung der Pandemiebekämpfung.

Am Ende bleibt die Frage für uns aber kurz vor Weihnachten leider offen: Wann wird uns geholfen?

Wir müssen meines Erachtens sehr viel Geduld haben und auf die schwierigen Gegebenheiten zeitnah und intelligent reagieren. Ein Erfolgsrezept gibt es leider nicht. Oder andersrum: Haben wir denn eine Alternative?

Liebe Sportfreunde, abschließend darf ich mich bei allen, die dieses interessante und einmalige Jahr 2020 miterlebt und mitgestaltet haben, herzlich bedanken. Ich beginne beim Präsidiumsbeirat, dem Präsidium, bei den Abteilungsleitern, bei vielen neuen und engagierten KollegInnen, den Übungsleitern und beende meine Aufzählung mit meiner gesamten Familie, die diese schwierigen, teilweise surrealen Zeiten mitgetragen und mit mir geteilt haben.

Ich wünsche Ihnen Allen frohe Weihnachten, besinnliche Festtage, ein gutes, vor allem gesundes sowie sportlich erfolgreiches Neues Jahr 2021.

Heinz Krötz

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