Inside-Info: Editorial Vereinszeitung 01 / 2020

Sehr geehrte Damen und Herren,
werte Mitglieder,
liebe Sportfreunde!

Wie sieht ein Sportverein im Jahr 2030 aus, welche Herausforderungen muss er in den nächsten zehn, fünfzehn oder gar zwanzig Jahren meistern und vor allen Dingen, wie? Anja Kirig vom Zukunftsinstitut stellte beim Stuttgarter Sportkongress erstmals die Ergebnisse der Studie „Die Zukunft des Sportvereins 2030“ vor.
Sportvereine werden sich grundsätzlich verändern, weiterentwickeln und anpassen müssen. Eine gesellschaftliche Tendenz ist beispielsweise die Mobilität, welche das Thema der Orts- und Zeitflexibilität für die Sportvereine relevant werden lässt. Die Menschen kommen nicht mehr zum Sport, sondern der Sport muss zu ihnen kommen.
Ein weiteres großes Thema werden Kooperationen sein. Neben Schulen und Kindergärten sollten sich die Vereine auch nach Partnern in Unternehmen suchen. Ein weiterer Trend scheint darin zu liegen, dass sogenannte Communitys die altbekannten Vereinsstrukturen teilweise ersetzen werden. Man trifft sich über soziale Netzwerke in einer informellen Gruppe, um Sport zu treiben. Speziell die Digitalisierung bringt große Herausforderungen für Vereine. Vereinsvertreter müssen sich für das Thema öffnen – ganz gleich welcher Generation sie angehören. Wer sich aber dagegen sträubt, wird in den kommenden Jahren negative Konsequenzen erleben – hin bis zur Vereinsauflösung. Mit einer App und einer Website ist es aber nicht getan. Digitalisierung ist ein wesentlich komplexeres Phänomen.

Übrigens: Die These der Digitalisierung vertritt nicht nur das Zukunftsinstitut, sondern auch der BLSV. Was können Sportvereine dann tun? In Zukunft werden immer weitere Innovationen das Training revolutionieren. Derzeit verändern beispielsweise der Zugang zu Virtual Reality-Brillen, digitales Gerätetraining, smarte Wearables (kleine, vernetzte Computer, die am Körper getragen werden) jenseits des Fitness-Armbandes oder Chatbots (ein textbasiertes Dialogsystem), welche zum Sport motivieren, die Trainingsmöglichkeiten.
Strukturen zu verändern, kostet nicht nur Geld, sondern vor allem sehr viel Mühe und Beharrlichkeit – verrät die Zukunftsexpertin Iris Kümmerle.

Wenn wir nun auf die Entwicklung unseres Post SV einmal zurückblicken, dann haben wir doch schon vieles richtig gemacht:
Unser Neubau ist volldigital, innovativ, zukunftsorientiert und erfreut sich täglich neuer Teilnehmer und Mitglieder. Erinnern wir uns aber doch kurz an den Start von myPSA, am 29.09.2018: Gerade „620 Mitglieder“ hatten wir noch und mit Blick in alte Zeiten, als wir die 3.000er Marke schon einmal kratzten, fühlten sich einige unserer Senioren in ihrer kritischen Haltung schon fast bestätigt „Früher war einfach alles besser! Heute haben wir allein mit 576 Fitness-Mitgliedern schon fast so viele, als wie am 29.09.2018 im gesamten Verein Mitglieder waren. Betrachtet man ferner, dass die Beitragseinnahmen der zum Neubau geründeten Abteilung Gesundheit, im Jahr 2019, bereits schon die Einnahmen in Netto erreicht haben, als was wir im Jahr 2000 mit allen 2.968 Mitglieder in Brutto hatten, dann haben wir doch die Zeichen der Zeit erkannt.
Der gesamte Post SV hat heute schon wieder 1.376 Mitglieder, d.h. wir sind gesamt gesehen um 756 Mitglieder gewachsen. Nach unserem Slogan „ein Verein zwischen Tradition und Trend“ sichern wir auch dort – wo es Sinn macht – unsere traditionellen Angebote und engagieren uns aber darüber hinaus schon heute in Kindergärten, Schulen und vor allem mit vielen Kooperationspartnern.

Einer unserer strategisch wichtiger Partner ist unser direkter Nachbar, die Arthro-Klinik. Hier fand am 18.01.2020 die offizielle Einweihungsfeier statt.


l.n.r.: Walter Bodenmüller, Dr. Jens-Ulrich Otto, Dr. Karsten Bogner, Gerd Merkle, OB Dr. Kurt Gribl, Georg Schmid und Dominik Wilke

Auch Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl würdigte in seiner Ansprache die großen Potenziale zwischen den beiden Häusern. In einer Kurzzusammenfassung laufen wir also doch mit den Ergebnissen der Studie „Die Zukunft des Sportvereins 2030“ synchron.

Leider galt es aber auch in den letzten Wochen von einigen langverdienten Mitgliedern Abschied zu nehmen:
Bereits am 01.12.2019 hat sich unser Ehrenmitglied Thea Natterer, im 96. Lebensjahr und davon 80 Jahre Mitglied im Post SV von uns für immer verabschiedet. Am 09.12.2019 verstarb Herr Adolf Linse, langjähriger Jugendleiter der Abteilung Fußball und bis zu seiner Krankheit Manager der Fußball „Oldies“. Von unserem weiteren Ehrenmitglied und langjähriger Abteilungsleiter Schützen, Fritz Paula, mussten wir ebenfalls am 30.12.2019 Abschied nehmen.
Wir werden Ihnen allen ein ehrendes Andenken bewahren.

Ein weiterer „kleiner“ Abschied war für mich auch die Grundsteinlegung des „Ackermann-Parks“. Dort wo unser Oberbürgermeister einmal selbst Handball spielte, sind jetzt Baustellenparkplätze und dort wo unser Vereinsheim und unsere Fußballplätze über 55 Jahre waren, werden Wohnungen entstehen. Schon ein eigenartiges Gefühl, wenn ich überlege, dass das ab meinem 6. Lebensjahr mein Zuhause war. Albert Weber, Seniorchef von Dehner und nach eigener Aussage nur „normaler Gärtner“, hob in seiner Ansprache zur Grundsteinlegung speziell unseren Verein hervor und dankte für die professionelle Zusammenarbeit.

Werte Sportfreunde, wenn wir in 2020 jetzt noch unsere ganzen „offenen Baustellen“ professionell und ergebnisorientiert abmanagen können, dann sind wir für unsere gemeinsame Zukunft bestens gerüstet.

Ihr Heinz Krötz