Outdoorsport hautnah erleben

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Outdoorsport hautnah erleben

Die ganze Woche über war es heiß und sonnig. Ausgerechnet zum Wochenende meldete der Wetterbericht starke Niederschläge in ganz Bayern. Sollte unsere Radltour ins Wasser fallen.Doch genauer hingehört und verschiedene Wetterapps abgerufen. Im Süden Bayerns war Dauerregen angesagt. Aber wir waren nördlich des Weißwurstäquators. Und dort waren die Aussichten nicht so schlecht. Also machten sich zehn Radler auf den Weg mit dem Auto nach Regensburg. Als Parkplatz bot sich der P&R auf der Donauinsel Wöhrd an.

Und tatsächlich, so ab Höhe Bad Abbach hörte der Regen auf und wir konnten dann unsere Fahrräder im trockenen abladen und uns für die Tour herrichten.

Zuerst führte uns der Weg durch Regensburg zur Mündung des Regen in die Donau. Dann immer ziemlich nah am Fluss entlang aus der Stadt hinaus. Wir wollten eigentlich bald eine Cappuccinopause einlegen. Doch auch auf den ersten Kilometern war die Tour trocken. Kein Kaffee weit und breit. Doch bei Kilometer 27 sollte ein tolles Restaurant mit Terrasse direkt an der Strecke sein. Das Lokal gab es zwar, aber es war geschlossen. So radelten wir weiter flussaufwärts, mal links, mal rechts vom Regen, noch zehn Kilometer weiter, bis wir endlich in Nittenau fündig wurden. Es folgte eine längere Rast, bei der wir uns stärken und erholen konnten. Nach der Pause wieder weiter am Regen flussaufwärts. Hier kamen dann auch im letzten Drittel der Strecke zwei etwas längere Anstiege. Die Cappuccinopause vor Cham ließen wir allerdings ausfallen, denn es begann leicht zu nieseln. Zu wenig um Regenkleidung überzuziehen. Aber wir entschlossen uns nach Cham durch zu radeln. Dort angekommen gönnten wir uns vor dem einchecken im Hotel noch eine Pause auf dem Marktplatz. Leider lud das Wetter, es war zwar trocken aber nicht zu warm, nicht zum Baden im neben dem Hotel fließenden Regen ein. So machten wir es uns vor dem Abendessen noch auf der Hotelterrasse bequem. Nach einem sehr guten Abendessen saßen wir dann noch ein bisschen zusammen, bevor wir auf die Zimmer gingen. In der Nacht herrschte Dauerregen. Beim Frühstück regnete es immer noch, aber schon deutlich weniger. Sollten wir Glück haben. Nicht ganz. Bei unserem Aufbruch regnete es noch leicht. So hüllten wir uns in wasserfeste Kleidung und fuhren auf dem Festspielradweg von Cham nach Falkenstein. Nach einigen Anstiegen hatten wir den Festspielort erreicht und gönnten uns dort eine Mittagspause.

Anschließend führte uns der Weg zur aufgelassenen Bahnstrecke nach Regensburg.

Auf diesem, teilweise unbefestigtem Weg fuhren wir bis zum Radlbahnhof in Hauzendorf. Dort gönnten wir uns noch eine Kaffeepause bevor wir zurück nach Regensburg radelten. Trotz widriger Wettervorhersage hatten wir zwei schöne Radltage. Und für nächstes Jahr überlege ich, ob wir das Taubertal mit dem Rad erkunden können. Zuvor erfüllten sich drei Frauen einen großen Wunsch. Nachdem die Herren 2016 eine mehrtägige Alpenüberquerung machten, wollten auch die Frauen von Augsburg zum Gardasee radeln. Nicht auf der Via Claudia, sondern schon etwas mehr abseits. Also plante ich eine Tour, wo das Rad nicht getragen und auf längere Abschnitte nicht geschoben werden musste. Für die Tour von Augsburg weg planten wir zehn Tage ein.

Von Augsburg führte uns der Weg zuerst unspektakulär nach Schwangau. Am zweiten Tage dann über die Fürstenstraße, vorbei an Neuschwanstein und Hohenschwangau Richtung Reutte und weiter über den Fernpass auf der alten Römerstraße nach Nassereith. Hier hat es uns leider auf der Abfahrt ziemlich eingeregnet. Am dritten Tag dann ein „Erholungsabschnitt“ über Imst und Landeck nach Pfunds am Fuß des Reschenpasses. Weiter am vierten Tag, das erste Highlight, ins Engadin und von Scuol den Aufstieg über S-charl zum Pass Costainas ins Münstertal. Dort übernachteten wir in Lü, in einem kleinen schweizer Berggasthof. Dies war die anstrengenste Etappe. Weiter führte uns der Weg hinunter nach St. Maria und Döss Radond ins Val Mora. Vorbei an den Cancanosstauseen über den Passo Torre di Fraele in einer flotten Sause hinunter nach Bormio.

Am nächsten Tag wartete die nächste schwere Etappe auf uns. Über 1400 Höhenmeter von Bormio über St. Catherina hinauf auf den Gaviapass. Auf der Abfahrt nach Ponte di Legno mussten wir leider wieder durch den Tunnel. 800 Meter lang mit einer Kurve und total unbeleuchtet. Da halfen auch unsere Lichter am Fahrrad nicht viel. Im Blindflug, immer darauf hoffend, dass nicht irgendwas im Weg liegt, näherten wir uns vorsichtig dem Tunnelausgang. Danach ließen wir es runter zu unserem Hotel richtig laufen. Über den Passo Tonale und Dimaro und am folgenden Tag Madonna di Campiglio führte die Route weiter nach Tione di Trento. Von dort aus am neunten Tag nach Cimego und über den Passo di Rango zum Ledrosee. Dort mussten wir das einzige Mal unsere Räder auf einem Pfad nach unten schieben. Am letzten Tag dann als krönenden Abschluss die Fahrt über den Tremalzopass. Beim Anstieg hatten wir schönes Wetter. Doch je näher wir der Rifuge Garda, der letzten Einkehrmöglichkeit vor dem Pass kamen, desto mehr Wolken zogen auf.

Nach der Rast in der Hütte strampelten wir auf groben Schotter hinauf zur Passhöhe. Dann bei Nebel und schlechter Sicht zuerst durch den Tunnel und dann auf der Schotterpiste hinunter zum Passo Nota. Dort mussten wir wegen eines Gewitters kurz einkehren. Nachdem wir den Regen abgewartet hatten, ging‘s weiter hinunter nach Molina di Ledro, wo wir noch mal in einen kräftigen Regenschauer kamen. Schließlich erreichten wir bei Sonnenschein die Ponale, die alte Straße hinunter nach Riva del Garda, die mittlerweile den Radlern und Wanderern als Weg dient. Nass, dreckig und total zufrieden erreichten wir dann unser Ziel, Riva del Garda. Ein kurzer Aufenthalt für das Ankunftsfoto und, weil wir nass und dreckig waren, leider ohne Aufenthalt in einer Eisdiele nach Torbole, wo wir übernachteten. Am Sonntag dann mit dem Radl über Nago nach Rovereto und von dort mit dem Zug nach Hause. Zehn tolle Radltage und unvergessene Eindrücke bleiben immer in Erinnerung

Was kommt: Im August wollen wir eine Nacht im Freien auf einem Gipfel verbringen. Und, wenn Interesse besteht, führen wir noch Wanderungen oder Radltouren im Allgäu oder im näheren Umland durch. Und, nicht vergessen, der nächste Winter kommt bestimmt. Am 5. und 6. Dezember findet wieder unser Skiopening in Ischgl statt.

2018-10-18T18:02:24+02:0018. Oktober 2018|Categories: Alpine|