Inside-Info: Editorial Vereinszeitung 5/2016

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Inside-Info: Editorial Vereinszeitung 5/2016

Liebe Sportfreunde,
werte Postsportlerinnen und Postsportler,
sehr geehrte Damen und Herren!

„Ausschlaggebende Wochen liegen hinter uns und noch bedeutungsvollere wohl vor uns.“

Während ich im letzten Editorial noch relativ unspektakulär informierte, dass unsere Planer gerade die jeweiligen Einzelgewerke konkretisieren und kalkulieren, lautete eine der Zielstellungen noch, die Gesamtkosten von 10,8 Mio. € nicht zu überschreiten. Jedem war klar – eine sehr große Herausforderung! Um so spektakulärer war es dann, als Architekt Peter Kögl die Katze aus dem Sack ließ: „Wir brauchen knapp 4 Mio. € mehr!“ Der Blutdruck stieg und es wäre schlichtweg gelogen, wenn ich schreiben würde, dass mir diese Botschaft keine schlaflosen Nächte bereitet hätten.

Fast zwei Wochen lang haben wir zusammen analysiert, welche Ursachen diese Kostenentwicklung hat und vor allem, wo wir das Geld hernehmen wollen. Nicht gerade vereinfacht hat diesen Prozess, fast täglich eingegangene Hiobsbotschaften – Kurzzitate: Ein Gutachten bräuchten wir noch für zusätzliche Bodenanalysen. Ach ja, habe ich schon erwähnt, ein wir noch ein Zusatzgutachten für das Lärmemissionsproblem mit der Nachbargemeinde Stadtbergen benötigen. Bevor ich es vergesse, wegen den Kampfmittelvorkommnissen benötigen wir auch noch eine Auftragsvergabe. Eine Kostensteigerung beim Bodenaustausch in fünfstelliger Größenordnung gehörte dann schon bald zum Tagesgeschäft. Geduld gehört bekanntlich nicht gerade zu meinen Top-Tugenden, aber in diesen Tagen wurde uns und mir schon einiges abverlangt.

Jetzt werden Sie sich zunächst sicherlich auch fragen, wo denn diese Kostensteigerung herkommt? Dafür gibt es im Wesentlichen 3 Ursachen: 1.) Unsere ersten Kostenschätzungen wurden auf Basis der Baukosten 2014 erstellt. Durch den langatmigen Projektverlauf und somit aus heutiger Sicht einer Fertigstellung erst in 2018, müssen wir von einer Kostensteigerung in etwa >10% ausgehen (Statistisches Bundesamt). 2.) Wir realisieren um rund 500 m2 mehr an Sportfläche, als in den ersten Überlegungen zugrunde gelegt wurden und 3.) bereits besagte Gutachten, eine lärmabsorbierende Fassade sowie erhöhte Brandschutzmaßnahmen. Ich denke, jetzt haben wir im groben die Ursachen entsprechend dargestellt.

„4 Mio. € mehr war ein NO-GO!“

Jedes einzelne Gewerk wurde nun nochmals zusammen mit Architekt Peter Kögl, den Fachplanern Ing.-Büro Wimmer und Olaf Künstner sowie dem Statik-Büro Rudolf Reisch unter die Lupe genommen. Wo können wir Kosten einsparen, ohne dabei an Qualität, Innovationskraft und Nachhaltigkeit zu verlieren? Dies war der einzig lautende Tenor dieser Gesprächsrunden.

Die bisher eher traditionelle Bauweise wurde zu einem hohen Maß durch Fertigbetonteile ersetzt. Dieses brachte aber durch angepasste Wandstärken, einen völlig neuen Flächenplan. Somit mussten auch die bereits gestellten Förderanträge bei BLSV und Stadt komplett neu berechnet werden, da neben der Preisentwicklungsanpassung die Förderung in hohem Maße von den sportlich genutzten Flächen in Abhängigkeit steht. Im nächsten Schritt wurden jede Steckdose, jeder Lichtschalter, jeder Meter Kabel, jeder Beleuchtungskörper und jede Fliese überprüft. Eine fast wahnsinnige und zeitaufwändige Arbeit, was am Ende zumindest eine Million an Einsparung brachte.

13,9 Mio. € heißt nun die neue Projektdimension, … inklusive Grundstückskauf und „Mehrwertsteuer“!

„Mehrwertsteuer“ deshalb, da in der neuen Finanzierung nun auch die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs genutzt werden soll. Diese Möglichkeit präsentierte der Vizepräsident des BLSV Jörg Ammon – im realen Leben Steuerberater und Wirtschaftsprüfer – schon in 2012 in unserem Vereinsheim, anlässlich eines Seminars des BLSV.

Als wir der BFMT-Gruppe 2013 den Auftrag erteilten, uns ein Neustrukturierungskonzept zu erarbeiten, wurde dieses Thema ebenfalls ausführlich dargestellt und insbesondere auf die Terminfrist 31.05. des Folgejahres, in welchen Vorsteuern angefallen sind bzw. auf einen einzuhaltenden Nutzungszeitraum von 10 Jahren, hingewiesen.

Auch die IWW – Institut für Wissen in der Wirtschaft – untermauert die Variante mit entsprechenden Vereinsbriefen und Information auf ihrer Homepage.

Mehrwertsteuer:

Zusammen mit unserer Steuerkanzlei Dr. Andreas Settele und den Umsatzsteuerspezialisten von KMLZ (Küffner, Maunz, Langer, Zugmaier – Rechtsanwaltsgesellschaft) in München erarbeiten wir derzeit einen detaillierten Ablaufplan, wie wir eine Vorsteuerabzugsberechtigung in der Delegiertenversammlung 2017 vorstellen und realisieren können. Das normale sportreibende Mitglied wird diese formelle Änderung sehr wahrscheinlich gar nicht bemerken, außer das bei einem Blick auf den neuen Aufnahmeantrag oder in die Vereinsbuchhaltung, beim Vereinsbeitrag zukünftig die Mehrwertsteuer ausgewiesen wird.

Nur am Rande: Wir sprechen bei dieser Maßnahme und unserem Projektvolumen von einer Vorsteuergrößenordnung von mehr als 2 Mio. €!

BLSV:

Darüber hinaus mussten natürlich die Zuschussanträge an die Stadt Augsburg und den BLSV modifiziert werden. Dank Bernd Kränzle, Vizepräsident des BLSV, waren wir bereits Ende August beim BLSV in München und konnten dort unsere Veränderungen persönlich vorstellen. Nach telefonischer Rücksprache sollen wir noch im Oktober den Bescheid erhalten.

Sportbeirat:

Bei der Stadt konnten wir ebenfalls die geänderten Anträge bereits einreichen. Am 28.09.2016 stand dann unser Projekt auf der Agenda des Sportbeirates. Frau Andrea Bogenreuther berichtete im Nachgang in der Augsburger Allgemeinen, vom 01.10.2016, unter der Überschrift „Breites Lob für sportliche Großprojekte“. Die hohe Solidarität der vielen Augsburger Vereine, stellvertretend im Artikel namentlich Marcus Klopfer vom ESV Augsburg genannt, war für mich sehr beeindruckend.

Was ich allerdings gegenüber dem Artikel noch konkretisieren möchte, ist das Abstimmungsergebnis: Frau Bogenreuther formulierte es in ihrer Einleitung mit „mehrheitlich“. Als Vereinsvorsitzender gestatte ich mir festzustellen, dass es „nur“ eine Gegenstimme bei einer Stimmenthaltung gab. In Anbetracht unserer langjährigen Vorgeschichte und einer Sitzungsteilnehmerzahl von immerhin rund 20 Personen, handelt es sich meines Erachtens doch um ein klares Votum. Vielen Dank deshalb nochmals an die Kolleginnen und Kollegen des Augsburger Sportbeirates.

Sportausschuss und Stadtrat:

Während sich unsere Vereinszeitung im Druck befindet, werden wir unser Projekt am 10.10.2016 beim Sportausschuss präsentieren, in der Hoffnung dort ebenfalls die erforderlichen Mehrheiten zu erzielen.

Sofern wir dort ebenfalls Zustimmung bekommen sollten, würde unser Projekt bereits im nachfolgenden Stadtrat auf der Agenda stehen. Auch hier meinen herzlichsten Dank an alle beteiligten Vertreter der Stadt Augsburg, stellvertretend an Herrn Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl, Sportreferent Dirk Wurm sowie dem Leiter des Sport- und Bäderamtes, Herrn Robert Zenner.

Bauzeitplan:

Was leider derzeit immer noch konkret formuliert werden kann, ist unser Bauzeitplan. Mit der Baugenehmigung, verbunden mit den hoffentlich positiven Bescheiden der Stadt und des BLSV, müssen wir selbstverständlich dann noch die Gesamtfinanzierung, zusammen mit Dr. Settele und der Stadtsparkasse Augsburg, vereinbaren. Wenn auch dieser Meilenstein erfolgreich absolviert wurde, müssen wir dann auf die Genehmigung zum vorzeitigen Baugenehmigung aus München warten. Erst wenn diese Zusage schriftlich eingegangen ist, kann unser Architekt Peter Kögl die Veröffentlichung des Leistungsverzeichnisses „Rohbau“ initiieren.

Betrachten wir dann einmal die Prozessschritte Veröffentlichung, Versand, Submission und Vergabeprocedere näher, inklusive der gesetzlich vorgeschriebenen Fristen von 6 Wochen ab Freigabe, bewegen wir uns schon mit großen Schritten in Richtung Advent. Ob und was dann noch in 2016 passiert, kann ich heute beim besten Willen noch nicht vorhersagen. Leider hatten wir in der Vergangenheit schon viel zu viele optimistische Ideen und Gedanken formuliert, die dann leider aufgrund unvorhersehbarer oder nicht beeinflussbarer Rahmenbedingungen verzögert wurden.

Insofern möchte ich für heute an dieser Stelle beim Thema Neubau einmal enden, verbunden mit der Hoffnung, dass wir weiterhin recht viele Ideen und Information von Ihnen erhalten.

Bundesfreiwilligendienst im Sport:

Mit Frau Lena Mährlein konnten wir eine neue BFD-Kraft verpflichten. Frau Mährlein hat ihre Tätigkeit bei uns am 01.09.2016 aufgenommen und ist derzeit innerhalb des Post SV bei Schwimmen und Ju-Jutsu tätig. Ferner engagiert sie sich in unserer Kooperation mit der Theresia-Gerhardinger-Grundschule in Friedberg. Dort erteilt sie Schwimmunterricht und ist in der Betreuung von Ganztagesklassen sehr rührig. Darüber hinaus unterstützt sie auch Frau Sarah Ableitner bei unserem KISS-Angebot in der Westparkschule. Herzlich willkommen und weiterhin viel Spaß bei uns im Post SV.

 

Also, bis demnächst …

Ihr Heinz Krötz

 

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2016-10-14T17:16:50+02:00 14. Oktober 2016|Categories: Inside-Info|