Inside Info: Bericht zur Delegiertenversammlung 2016

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Inside Info: Bericht zur Delegiertenversammlung 2016

Inside Info: Bericht zur Delegiertenversammlung 2016

Bei der Begrüßung zur diesjährigen Delegiertenversammlung erinnerte ich zunächst kurz an meine Wahl zum Vizepräsidenten, im Jahr 1986 und an meine erste Problemstellung, als nur wenige der damals rund 2.400 Mitglieder sich davon überzeugen lassen wollten, dass ich die Verwendung von Plastikgeschirr, -becher und -tüten bei Turnieren aus Umweltgründen nicht akzeptiere. Heute kann man fast jeden Tag über Plastikmüll und dessen fatale Folgen für unsere Umwelt Berichterstattungen in den Medien verfolgen. Im Post SV ist das Thema längst vergessen und es akzeptiert mittlerweile auch (fast) jeder, aber der Start war hart!

Weiter konnte ich den rund 80 anwesenden Gäste, Delegierten und zu Ehrenden in Erinnerung bringen, dass auch nach dem Erwerb des Grundstücks, als in Folge in der AZ „Der Grundstückskauf war ein Schnäppchen“, am 19.07.2001 erschien und ich mich viele Jahre lang teilweise massiven Vorwürfen einiger Abteilungen stellen musste. Als ich dann aber heuer, an der 31. Delegiertenversammlung, 15 Jahre später, eine Vermögensübersicht von rund fünf Millionen Euro mit einem neu erworbenen Grundstück an der Josef-Metzger-Straße (Sheridan-Areal) präsentieren konnte, mussten selbst die größten Kritiker von damals gratulieren und applaudieren.

Auch zum Neubau gibt es natürlich wieder viele Meinungen und so wollen es nach wie vor einige Sportkameraden „der alten Garde“ nicht verstehen, warum der Bau der Fußballplätze nur mit sekundärer Priorität in unserem Großprojekt weiterverfolgt werden kann. Auch wenn das erneut einstimmig gewählte Präsidium wieder komplett angetreten ist und sich darin nebst meiner eigenen Person, mehrheitlich fußballbegeisterte befinden, so darf dennoch daraus nicht abgeleitet werden, dass damit in der Agenda des Post SV nur noch Fußball steht.

Liebe Fußballer, bei allem Respekt, aber wir machen im Präsidium nicht fast seit 30 Jahren den Job, damit sich unsere Folgegeneration mit Fehlinvestitionen auseinandersetzen muss. Sorry, wir sind angetreten, um den Post SV zu einem attraktiven, zukunftsorientierten Verein weiterzuentwickeln. Dafür haben wir einen einstimmigen Auftrag der Mitgliederversammlung! Da gehört Fußball eindeutig dazu, nur wir müssen schon über den Tellerrand blicken und primär zunächst Geld dort einsetzen, wo es einerseits vereins- und gesellschaftliche Bedarfe gibt, andererseits damit aber auch im schlechtesten Falle zumindest eine betriebswirtschaftliche Null erzielen können.

Warum haben wir uns schon vor Jahren entschieden, Sportarten wie Kegeln, Schießen oder auch Tennis in einem Neubau nicht weiter zu verfolgen? Ganz einfach: Weil diese Sportarten von jungen Menschen im Breitensport nicht mehr ausreichende Akzeptanz finden und der Altersdurchschnitt der Sporttreibenden daraus resultierend extrem hoch ist.
Übrigens: auch neueste Statistiken bestätigen diesen anhaltenden Trend, sodass wir schon in 2008 damit schon völlig richtig entschieden haben.

Doch zurück zum Fußball: Auch hier bemerken wir seit Jahren eine große Stagnation. Wo früher 2 und 3 Mannschaft pro Altersklasse und Verein beim BFV gemeldet waren, bekommen heute selbst 4 nebeneinanderliegende Fußballvereine – teilweise nur noch über eine JFG – eine U15 oder U 17 Mannschaft zusammen. Die den „Herren vom Stammtisch“ noch bekannte A-Jugend ist mit Ausnahme der rein leistungsorientierten Fußballvereine, beispielsweise dem FCA, ohnehin von der Bildfläche fast verschwunden. Wenn es in Summe noch 10 Mannschaften in und um Augsburg geben sollte, dann haben wir aber alles optimistisch zusammengezählt.

Dass die städtischen Sportanlagen mit einem erheblichen Maße aus Steuergeldern subventioniert werden und nicht aus den Einnahmen der Vermietungsentgelte bewirtschaftet werden können, glaube ich, ist bekannt. Im Ergebnis sind die Vereine, die eigene Fußballplätze unterhalten, hier überproportional schlechter gestellt, als Mieter von städtischen Sportstätten.

Jetzt frage ich Sie: Wenn unabhängig einer erforderlichen baulichen Investition, von rund 1,0 bis 1,5 Mio. € – wohlbemerkt bei vorhandenem Grundstück – jedes Jahr Unterhaltskosten von rund 30.000 € pro Spielfeld auflaufen (durch Benchmarks belegbar), wer liebe Fußballer soll das bitte finanzieren? Durch Werbung? Durch Sponsoren? Ach ja, klar, nur wer bringt denn bitte einen Sponsor für einen Fußballverein in der B-Klasse in einer fünfstelligen Größenordnung?

Zwischendurch könnte man ja noch ein Vereinsheim erwähnen: Mit über 3,00 € beim Weizenbier, „dass ist eine Frechheit“, da muss echt Asche verdient sein – so einige Zitate! Ein Vereinsheim wäre aufgrund der aktuellen Entwicklung das nächste große Finanzgrab: Kein Sportler nutzt eine Gaststätte mehr im herkömmlichen Sinne.

Diese sollte zwar immer offen haben, braucht man ja um auf die Toilette gehen zu können. Versammlungen, Sky, alles im Warmen – prima, das ist gut! Kaufen kann ich aber nix im Vereinsheim, denn das wenige Geld was ich habe, brauche ich für Samstag, um in der Max-Straße Party zu machen, denn da kostet mich eine Flasche Jack-Cola an „Hunderter“!

Verständlich, nachvollziehbar: Ja dann wäre nur noch die Frage des Mitgliedsbeitrages zu klären?

Nachdem weder Werbung, Sponsoring, Gastronomie in Frage kommen, rein von der Mathematik her ganz einfach: Wir haben eine aktive Mannschaft und werden bei einem Neubau vielleicht eine zweite melden können. D.h. einen Kader von rund 30 Leuten. Ferner haben wir sechs Jugendmannschaften. Rein theoretisch ziehen die 6 Mannschaften mit um (z.B. an den Wasenmeisterweg) und weil wir so toll bauen, können wir auch noch zwei weitere Mannschaften zusätzlich im Sportbetrieb anmelden. Fazit: rund 150 bis 200 (hoffentlich zahlende) Mitglieder. Bei 10 Mannschaften müssen wir dann mit 2 Plätzen planen.

Nun zum gefühlten Beitrag: 60.000 € runde Unterhaltskosten, bei 150 – 200 Mitglieder. Noch kein Trikot, noch kein Schiedsrichter, noch kein Trainer, aber immerhin 300 € bis 400 € Mitgliedsbeitrag pro Jahr, ungeachtet des Alters und der Sozialstruktur. Kann dieses Modell wirklich funktionieren? Eher wohl nicht. Was gäbe es denn für Alternativen?

Die Alternative ist, dass unser Verein sich neben einem baulichen auch ein gesundes finanzielles Fundament schaffen muss. Wenn alle Finanzfragen zu unserem Neubau geklärt sind, dann werden wir uns auch im nächsten Schritt – deshalb auch die Arbeitsdefinition „2. Priorität“ – weiter an dem Thema Fußball intensiv beschäftigen. Sobald sich die Stadt und der BLSV zu unserem Neubau entsprechend den Zuschussrichtlinien belastbar positioniert hat, werden wir auch den „Neubau“ Fußball wieder aktiv forcieren. Ansonsten denken wir weiter in Richtung Anmietung oder Kooperationen. Eines ist klar: Der Post SV steht zu Fußball und wir werden alles daran setzen, auch hier rasch zum Ziel zu kommen.

Das Präsidium ist für jeden konstruktiven Vorschlag dankbar. Wir gehen ambitionierte aber finanziell realistische Wege. Wer sich dieser seriösen Betrachtung verschließt und nur emotional argumentiert, disqualifiziert sich selbst. Auch wenn ich dem Thema Fußball nun eine längere Passage gespendet habe, so sind es Gott sei Dank doch nur Minderheiten, die sich nicht mit dem Strukturwandel anfreunden können. Umso schöner war es, dass beim längsten und komplexesten Tagesordnungspunkt unserer Delegiertenversammlung, dem Neu- und Ersatzbau des Post SV, am Sheridan-Areal, es mehrheitlich positive Resonanz gab. Hier einige Zitate: „Was hier durch unseren Vorstand bereits über 6 Jahre geleistet wurde, verdient größtes Lob und höchste Anerkennung“. Oder: „Der Neubau, sofern er so kommt wie wir ihn heute gesehen haben, ist einfach genial“.

Mit den Projektverantwortlichen Peter Kögl (Architekt) und Rudolf Reisch stand der komplette Projektstab den Delegierten und Mitgliedern für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Großer Applaus am Ende einer rund 90-minütigen Dialogrunde bestätigte dem bisherigen und neugewählten Präsidium den eindeutig formulierten Auftrag dieser und vorausgegangener Versammlungen.

Ehrungen – 25 Jahre Mitgliedschaft:

Büchler, Angela – Fußball
Büchler, Marina – Fußball
Büchler, Sebastian – Fußball
Hendrysiak, Patrick – Alpine
Hendrysiak, Tanja – Alpine
Hennig, Margot – Schwimmen
Hennig, Stephan – Schwimmen
Hennig, Tanja – Schwimmen
Huber, Erwin – Handball
Krötz, Bettina – Schützen

40 Jahre Mitgliedschaft:

Jüttner, Wilfried – Fußball
Raßhofer, Hans-Jörg – Tischtennis
Rißler, Ingrid-Maria – Fußball
Schurr, Manfred – Fußball

50 Jahre Mitgliedschaft:

Gabele, Karlheinz – Fußball
Hennig, Friedrich – Schwimmen
Krötz, Heinz – Fußball
Schmid, Günter – Judo
Wagner, Knut – Fußball

60 Jahre Mitgliedschaft:

Fuchs, Johann – Handball

Die Ehrennadel für besondere
Verdienste in Gold erhielt:

Kupke, Renate – Handball

Die Ehrenplakette für besondere
Verdienste in Silber erhielt:

Rißler, Jörg – Fußball

Zum Abschluss der Delegiertenversammlung bedankte sich nochmals der Versammlungsleiter Peter Uhl bei allen Delegierten, Geehrten, beim Präsidiumsbeirat stellvertretend bei Ulrich Wagner für dessen Bericht und bei allen Neugewählten für dessen vorbildliches Engagement um den Post SV.

Liebe Leserinnen und Leser, sofern Sie weitere Details zur Versammlung und zum Neubau wünschen, können Sie diese im Downloadcenter auf unserer Homepage www.postsv.de gerne einsehen.

Vielen Dank!

Ihr
Heinz Krötz
Präsident

2016-10-12T23:18:35+02:00 6. März 2016|Categories: Inside-Info, Neubau|